Ansprüche aus Verspätungen durch Suezkanal-Blockade

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Wiener Zeitung, 14.4.2021

Beim internationalen Warenhandel einigen sich unternehmerisch tätige Parteien fast immer auf die Anwendung von Incoterms.

Beinahe eine ganze Woche lang blockierte das Frachtschiff “Ever Given” im März den Suezkanal, die schnellste und kürzeste Seehandelsroute zwischen Asien und Europa. Obwohl der Frachter inzwischen befreit und der Kanal wieder für den Schiffsverkehr freigegeben wurde, werden die Folgen der Blockade noch über Monate zu spüren sein. Schließlich hatte diese einen Stau von knapp 400 Schiffen zu Folge. Weltweit werden zahlreiche Liefertermine nicht eingehalten werden können.
Abgesehen davon, wer für die Bergung und die Schäden am Suezkanal aufzukommen hat und inwieweit die Eigentümer von “Ever Given” haften, stellt sich für Vertragsparteien internationaler Warenkaufverträge die Frage, welche Auswirkungen die Blockade auf ihre gegenseitigen Leistungspflichten hat. Speziell Käufer verspätet eintreffender Waren werden sich fragen, gegen wen sie Ansprüche geltend machen können.

Auch bei der Geltendmachung von Ansprüchen aus internationalen Kaufverträgen ist das Vereinbarte entscheidend. Beim internationalen Warenhandel einigen sich unternehmerisch tätige Parteien fast immer auf die Anwendung von Incoterms. Dabei handelt es sich um vorformulierte Bestimmungen zur Regelung der jeweiligen Parteipflichten und Risiken betreffend Transport und Lieferung. Beim Seetransport werden sehr häufig die Terms CIF (Cost Insurance Freight) und FOB (Free On Board) beziehungsweise FAS (Free Alongside Ship) vereinbart.

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Anton Fischer

Anton Fischer sammelte wertvolle Praxiserfahrung bei mehreren Stationen in Top-Wirtschaftskanzleien im In- und Ausland, insbesondere im Vereinigten Königreich und in Singapur.

Anton Fischer

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